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Herausgegeben vom Kunstverein Neustadt an der Weinstraße e. V. mit Texten von Wolfgang Glass und
Christoph Zuschlag

Kerber Edition Young Art, Kerber Verlag Bielefeld Berlin, 2017, ISBN 978-3-7356-0354-8, 96 Seite, 71
farbige Abbildungen, Hardcover, gebunden, Format 21,5 x 17,2 cm, € 24,00 (D) / € 24,70 (AT) / CHF 30,40

Die Malereien des 1983 in Neustadt an der Weinstraße geborenen und heute in Landau lebenden und
arbeitenden Malers, Zeichners, Plastikers, Lyrikers, Filmemachers und Musikers Dominik Schmitt
(vergleiche dazu http://www.dominik-schmitt.com/?page_id=34) erinnern in ihrer Figuration, nicht aber in
ihrer Farbigkeit an Hieronymus Bosch und den phantastischen Realisten Rudolf Hausner. Seine Inspirationen
bezieht er „aus der Kunstgeschichte, insbesondere […] der Gotik, der Renaissance und besonders“ dem
„Barock“. Zu „zeitgenössischen Künstlern wie Anselm Kiefer, Daniel Richter und Jonathan Meese“ verspürt
er eine starke Affinität (Christoph Zuschlag S. 5 f.) und sieht sie als Vorbilder.

In seiner Malerei Begräbnis in Landau, 2016, Mixed Media auf Leinwand, 150 x 300 cm (vergleiche dazu
Dominik Schmitt, Malerei. In: https://www.artpeoplegallery.com/dominik-schmitt-malerei-paintings/) wird
der Künstler zu Grabe getragen. Die Arbeit zitiert „in Titel und Komposition Gustave Courbets berühmtes
Werk ›Ein Begräbnis in Ornans‹ sowie El Grecos Gemälde ›Begräbnis des Grafen von Orgaz‹“. Sein Lehrer
„Günther Berlejung und der Autor dieses Textes legen den Leichnam Schmitts ins Grab. Deutlich ist die
Anlehnung an die Grablegung Christi, die durch den (buntfarbigen) Nimbus um das Haupt des Künstlers
unterstrichen wird. Um die Dreiergruppe steht eine Vielzahl von Personen. Es handelt sich um Porträts von
Familienangehörigen (der Bruder von Schmitt hält dessen Herz in Händen), Freunden, weiteren Lehrenden,
Sammlern und Galeristen sowie von Künstlern, die Schmitt bewundert und die ihm wichtig sind“ (Christoph
Zuschlag S. 8). Die großformatige Malerei hätte eigentlich seine gerade eben erst ins Laufen gekommene
künstlerische Karriere beenden sollen: Er hatte ab dem Sommersemester 2005/2006 an der Universität
Koblenz-Landau Bildende Kunst und Kunstwissenschaft, Biologie und Bildungswissenschaft zu studieren
begonnen, 2013 mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen und dann bis zum Master of Education
weiterstudiert. Dann ist ihm klar geworden, dass sich eine Künstlerkarriere mit dem Lehramt schwerlich
verträgt. Er hängt seinen Lehrerberuf von einem Tag auf den anderen an den Nagel, um als Künstler
durchstarten zu können. Damit eröffnet die Malerei Begräbnis in Landau Schmitts Karriere und beendet sie
nicht. Inzwischen kann er von seiner Kunst leben.

Schmitt setzt auf Ehrlichkeit. Für ihn „ist das Hauptkonzept von Kunst […] Ehrlichkeit. Künstler sollten tun,
was sie fühlen. Sie sollten ausdrücken, was sie sind, nicht, was das Publikum sehen möchte oder was auf
dem Kunstmarkt verkaufsfähig ist. Meiner Meinung nach ist dies das Wichtigste in der Kunst – und so ist es
das Konzept, das mich zu meinem eigenen Weg in der Kunst führt […]. Ich denke, Kunst ist sehr einfach,
wenn du verstanden hast, worum es geht. Du fühlst etwas und drückst es aus. Ich versuche, Themen
auszudrücken, die mich umgeben und berühren […]. Es geht“ nicht um die Medien, sondern „um
persönliche Erfahrungen, Freunde und meine Familie. Ich versuche, Fragen, Beziehungen und Konflikte zu
diskutieren, die mich interessieren. Am Ende entwickeln sich viele Bilder zu einer gewissen Lesbarkeit […].
Vielleicht sehen viele Leute deshalb meine Bilder gerne“ (Dominik Schmitt in einem Statement an die
Artpeople gallery. In: https://www.artpeoplegallery.com/dominik-schmitt-malerei-paintings/).

ham, 5. Februar 2018

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