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  • ORT :

    Brenzkirche,
    Am Kochenhof 7,
    70192 Stuttgart
  • Datum:

    2. Juni – 14. Juli 2013
  • Zeit:

    Gottesdienst zur Ausstellung: Sonntag, 2. Juni 2013,
    9.30 Uhr, Brenzkirche.
    Eröffnung:
    Sonntag, 2. Juni 2013, 11 Uhr.
    Führungen:
    So., 23.6.2013, 11 Uhr:
    Helmut A. Müller;
    So., 7.7.2013, 11 Uhr:
    Pfarrer Karl-Eugen Fischer.
    Ausstellungsgespräch:
    Do., 13. Juni 2013, 19.30 Uhr, Brenzkirche.
  • EINTRITT :

    Eintritt frei

Nach Daniel J. Schreiber, bisher Kunsthalle Tübingen, hat Nicola Samorì mehr von Holbein, Michelangelo und Caravaggio gelernt als von seinen Professoren an der Accademia di Bologna. Die malerischen Fähigkeiten des 1977 geborenen Italieners stehen denen der alten Meister in nichts nach. Er baut seine Portraits, Kreuzigungen und Heiligendarstellungen zumeist nach den in der Spätrenaissance und im Barock entwickelten Gestaltungsprinzipien der Hell-Dunkel-Malerei auf und steigert damit deren Raumwirkung und Ausdruck.

Nach der Fertigstellung zerstört er Teile seiner Bilder wieder, indem er die halbtrockene oberste Malschicht abzieht, ganze malerische Schichten mit der Spachtel aus dem Bild herausschabt und Farbe auf die fertigen Kompositionen spritzt. Wenn er seinen Madonnen die Augen auskratzt und Aposteln und Heiligen Nasen, Ohren und Köpfe abschlägt, erinnert er zum einen an den Furor der Bilderstürmer. Zum anderen diskutiert er das Recht und die Grenzen der Bilder im Medium der Ästhetik. Bilder legen fest und haben darin ihre Macht. Deshalb sollen sie, und das ist der Sinn des Bilderverbots, auf immer neue Bilder hin überschnitten werden. Für Martin Luther sind Bilder „Mitteldinge“, die man haben kann oder auch nicht. Heilsnotwendig sind sie auf keinen Fall. Aber man kann letztlich auch nicht ohne sie leben.

Für Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt (ca. 1480-1541), muss man alles tun, um die Macht der Bilder zu brechen. Deshalb ist er für ein wörtliches Verständnis des Bilderverbots und für die „Abtuung der Bilder eingetreten“; so auch 1522 in Wittenberg, in der Zeit, in der sich Luther auf der Wartburg versteckt hat. Die Folge war ein Bildersturm. Luther ist dann nach Wittenberg zurückgekehrt und in seinen Invocavit-Predigten gegen den Bilderstrum eingetreten. Danach hat sich die Situation beruhigt.
Samorìs eigens für die Hospitalhof-Ausstellung in der Brenzkirche Stuttgart geschaffener Zyklus diskutiert damit letztlich die Frage, was Menschen von Bildern erwarten können und was nicht.

Zusammenarbeit mit der Galerie Christian Ehrentraut

Nadja Brislinger hat Nicola Samorì zur Ausstellung befragt: Interview_Nicola_Samorì

Impressionen von der Ausstellungseröffnung.

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COPYRIGHT © 2013 Helmut A. Müller