Publikation zur Preisverleihung mit Texten von Kuno Schlichtenmaier und Günter Baumann

Gerlinde-Beck-Stiftung, Schloss Dätzingen, Grafenau, 2018, ISBN 978-3-89298-160-2, 16 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Broschur mit Rückstichheftung, Format 23 x 16,9 cm

rosensteinalm
Publikation zu einem Projekt von Gabriela Oberkofler mit den Künstlern Nora Gomringer, Roland Grosch, Christoph Höhtker, Gabriela Oberkofler, Antje Schiffers, Bettina Steingass, Theater Lindenhof (Stefan Hallmayer, Bernhard Hurm, Christian Burmeister-van Dülmen) und Ilke Yilmaz auf der Brache bei den Wagenhallen in Stuttgart, herausgegeben von Gabriele Oberkofler, Birgit Gerhard, Maximilian Lehner und Jörg van den Berg

Rosensteinalm / Kunstverein Wagenhalle – Containercity, Innerer Nordbahnhof 1, 70191 Stuttgart, 2018, 100 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Schweizer Broschur als Softcover, Format 24 x 17,3 cm

Die 1975 in Bozen geborene und seit 2002 in Stuttgart lebende Gabriela Oberkofler ist vor allem als Zeichnerin von hochfeinen, auch im kleinen Format monumental wirkenden Schwalbenschwänzen, Mosaikjungfern, Totengräbern, Erdhummeln (vergleiche dazu http://gabrielaoberkofler.de/projekte/schwalbenschwaenze-mosaikjungfern-totengraeber-erdhummeln-und-schmeissfliegen), Vögeln, Hühnern, Hähnen, Kühen, Schafen, Füchsen, Wildpflanzen, ländlichen Szenen und nicht zuletzt von ›Hybriden‹ (vergleiche dazu http://gabrielaoberkofler.de/projekte/hybride) bekannt geworden.

Dazu kamen Fotografien, ortsbezogene Installationen wie Gräber für im Straßenverkehr überfahrene Kleintiere im ehemaligen Klostergarten des Hospitalhofs Stuttgart, eine Tannenschonung aus geschlagenen Bäumen im Kunstverein Göppingen (vergleiche dazu https://www.youtube.com/watch?v=BoJPq3u9TJo) und die Rauminstallation ›über den Zaun‹ in der Städtischen Galerie Wolfsburg (vergleiche dazu http://gabrielaoberkofler.de/projekte/ueber-den-zaun), Videos wie ›la tourterelle‹, in dem sie eine Turteltaube aus einer Tierhandlung in einem selbstgebauten Haselnusskäfig in einem See aussetzt und in die Freiheit entlassen will, aber damit keinen Erfolg hat (vergleiche dazu https://vimeo.com/72256350), Aktionen wie ›Buggelkraxeln‹, in denen sie sich ein Dorf baut, wie sie es kennt (vergleiche dazu http://gabrielaoberkofler.de/projekte/buggelkraxen) und Projekte wie die ›rosensteinalm‹ (vergleiche dazu http://gabrielaoberkofler.de/projekte/rosensteinalm): Letztere, ein Bauernhof auf Zeit in der Stadt, versteht sich als Teil der Containercity auf der Brache bei den Wagenhallen in Stuttgart; sie orientiert sich am nachhaltigen und integrativen Miteinander des Bauernhofs und agiert als Gegenbild zur konsum- und gewinnorientierten Stadtentwicklung. Sie lädt Künstler und Künstlerinnen unter anderem aus Deutschland und der Türkei zum Leben, Arbeiten und Ausstellen ein und organisiert Begegnungen und Feste.

Dass Gabriela Oberkofler 2018 mit dem gerlinde-beck-preis für Skulptur ausgezeichnet worden ist, zeigt, dass die Juroren den Gattungs- und Existenzgrenzen überschreitenden Ansatz der Künstlerin wertschätzen, die Titelgeberin des Preises für solche Grenzüberschreitungen offen war und „dass das Denken in Gattungen heute obsolet geworden ist“ (Kuno Schlichtenmaier S. 2).

ham, 16. Januar 2019

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