Martin Kasper

Bruchstücke / Spiegelfragmente

Publikation zur gleichnamigen Ausstellung vom 19. März – 22. Mai 2016 im Städtischen Museum + Galerie Engen, herausgegeben von Velten Wagner mit Texten von Martin Kasper und Velten Wagner

Städtisches Museum Engen, 2016, 72 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Broschur, Format 28 x 21 cm

Martin Kasper

Raum und Übergang

Publikation zur Ausstellung vom 22. Juni – 30. Juli 2017 im Schusev State Museum of Architecture, Moscow mit einem Text von Herbert M. Hurka

modo-Verlag, Freiburg i. Br., 2017, 16 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Klappenbroschur, 

Format 28 x 24 cm

Martin Kasper

IM WASSERSCHLOSS GLATT – VERTIGO

Publikation zur gleichnamigen Ausstellung vom 11. Mai – 22. Juli 2018, herausgegeben von Bernhard Rüth mit einem Text von Hans-Joachim Müller

Landratsamt Rottweil / modo Verlag i. Br., 2018, ISBN 978-3-86833-251-3, 68 Seiten, 27 Farbabbildungen, Hardcover mit Fadenheftung, Format 21,5 x 21,5 cm, € 18,00

Der 1962 in Schramberg geborene und in Freiburg i. Br. lebende Martin Kasper versteht seine Bilder als ein Spiel zwischen Realität und Fiktion, Vorgestelltem und Erlebten, Erlebtem und Erdachten, Gesehenem und Erinnerten. Der Bildtraum ist Bühne, geistiger, innerer, Denk- und Möglichkeitsraum zugleich. Es geht immer um Leere, leere Räume, Innenräume und Porträts von Räumen und Personen (vergleiche dazu Martin Kasper im Video https://www.youtube.com/watch?v=4TQ4bbs3Ggc und Martin Kasper in ›Im Wasserschloss Glatt‹ S. 5). 

2015 kommen zu den Bildern in Tempera auf Leinwand Bilder in Tempera und Öl auf Leinwand hinzu. Seine Arbeit »Sur les Murs«, 2015, Tempera /Öl auf Leinwand, 260 x 650 cm (vergleiche dazu http://martinkasper.net/werk/jahre/2015/sur-les-murs) nimmt im Übergang von der Tempera- zur Ölmalerei eine Schlüsselstellung ein: „Man kann das vierteilige Bild […] wie ein Resümee meines Werkes der letzten Jahre lesen. Es handelt sich um das Trompe l’oeil einer Studiosituation, in der die Ansicht einer Ausstellung […] neben diversen an die Wand gepinnten Skizzen und einem halb fertiggestellten Porträt als weiteres Bild im Bild auftaucht. In dieser Ausstellungsansicht finden sich Zitate meines eigenen Werkes wieder, so auch das große Echobild aus Darmstadt von 2014, das Bild ›Invasion‹ von 2011 und einige Ganzfigurenporträts, die 2013 entstanden sind. Das alles fügt sich zu einem Ganzen zusammen und spiegelt sich in dem graugrünen Boden des Galerieraums wider […]. Es geht hier weniger um reine Selbstreferenz, sondern um die Themen Zeit, Raum, Gegenwärtigkeit und Erinnerung“ (Martin Kasper in ›Bruchstücke / Spiegelfragmente‹ S. 9). Und es geht um das Einbeziehen der Ölfarbe, die ihm ein prozesshafteres und sinnlicheres Arbeiten als in Temperafarben erlaubt. 

Seine Malereien »Baracke«, 2017, Öl auf Leinwand, 170 x 250 cm (vergleiche dazu http://martinkasper.net/werk/jahre/2017/baracke), »Panorama 2«, 2017, Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm (vergleiche dazu http://martinkasper.net/werk/jahre/2017/panorama-2) und »Macdo«, 2017, Öl auf Leinwand, 200 x 260 cm (vergleiche dazu http://martinkasper.net/werk/jahre/2017/macdo) mutieren zu „Bühnen für autonome Formen“. Daraus ergeben sich „Variationsmöglichkeiten mit überraschenden Komplexitätsschüben. Was konstruiert ist, kann jederzeit auch dekonstruiert werden und wo wäre das Paradigma der Konstruktion evidenter als bei Bauwerken. Immerhin noch im Bereich eines real Vorfindbaren lassen sich die Bretterwände auf ›Baracke‹ ansehen […]. Gänzlich dekonstruiert und ins Unwirkliche verrückt“ ist die Komposition von ›Panorama‹ (Herbert M. Hurka in ›Raum im Übergang‹ S. 2). In ›Studio1‹, 2019, 110 x 150 cm, Öl auf Leinwand und in ›Studie 2‹, 2019, 110 x 150 cm, Öl auf Leinwand, tritt die Farbe in den Raum, sucht ihren Weg und wird autonom.

Man kann gespannt sein, was sie in den nächsten Bildern mit den Innenräumen macht, denn man „kann in diesem Werk nicht von einem Bild aufs andere schließen. Das macht die Begegnung mit ihm so verblüffend und spannend […]. Gerade jetzt, so scheint es, eilt“ Kasper „wieder einmal in einer überraschenden Wende auf und davon. In welche Richtung – wir werden sehen“ (Hans-Joachim Müller in ›Im Wasserschloss Glatt ‹S. 13).

Wer bis 7. Juni 2019 Uhr in Stuttgart ist, sollte in der Strzelski Galerie, Rotebühlstr. 30 vorbeischauen. Strzelski zeigt bis dahin Martin Kaspers Studiopaintings.

ham 26. Mai 2019

Kommentare sind geschlossen.

COPYRIGHT © 2019 Helmut A. Müller