Künstlerbuch zur Ausstellung vom 13. 12. 2015 – 28.2.2016 im Kunstverein Reutlingen mit Fotografien von Steffen Krüger, Rangsdorf

André Butzer, Kunstverein Reutlingen, Harpune Verlag, Wien, 2015, ISBN 978-3-90334806-6, 272 Seiten,
136 schwarz – weiße Abbildungen, Broschur, Format 16 x 11,2 cm

André Butzer
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Stiftung zur Förderung zeitgenössischer Kunst in Weisungen vom 3. 8. – 31.8. 2104 mit Fotografien von def image, Berlin und Roman März, Berlin 2014, 16 Seiten, Fadenheftung kartoniert mit hochfeinem Umschlag, Format 20,7 x 14, 3 cm

Der Kontrast zwischen den zu den Ausstellungen in Weidingen und Reutlingen erschienen Künstlerbüchern
könnte nicht größer sein: Die Edition für Weidingen gibt sich vornehm zurückhaltend, bestens ausgestattet, aufwendig klassisch gestaltet und bildet nach den Werkangaben drei Großformate aus Butzers N-Serie, zwei mittelformatige Zeichnungen auf Leinwand und das Ausstellungshaus ab. Die Großformate werden nahezu seitenfüllend gezeigt, die Mittelformate deutlich kleiner. In den Großformaten sind die die schwarzen Bildflächen strukturierenden weißen Balken auf Linien reduziert, in den Zeichnungen auf zarte, aber gerade so eben noch sichtbare Striche.

In dem wie ein Daumenkino angelegten Künstlerbuch für Reutlingen wird auf jede Werkangabe verzichtet.
Alle Gemälde sind gleich groß abgedruckt, als ob der Künstler sagen wolle, dass es in der Werkgruppe nicht auf die Größe, sondern auf die erreichte Annäherung an seine poetisch – visuelle Maßeinheit „N“ ankommt. Mit der einheitlichen Größe relativiert sich auch der Grad der Auflösung der Aufnahmen. Die Vielzahl der Abbildungen erlaubt es, den Ausgangspunkt und die Weiterentwicklung der Serie im Detail nachzuverfolgen. Die erste abgebildete Arbeit ist noch deutlich vom Material und vom Farbauftrag geprägt. Man spürt förmlich, dass Butzer dabei ist, die angemessenste Position für seine beiden aufeinander ruhenden schwarzen Flächen mit den weißen Balken im Bildraum zu suchen und zu finden. In den jüngsten Arbeiten scheint diese Suche abgeschlossen. Die aus dem polyvalenten Schwarz hervorbrechenden Lichtkörper haben das angestrebte klassische Maß erreicht. Man kann sich deshalb fragen, wie Butzers N-Serie nach 2015 weitergehen wird. In seiner Johann Peter Hebel gewidmeten ersten gemeinsamen Ausstellung mit Philipp Schwalb in der Nordheimer Scheune deutet Butzer eine mögliche Richtung an, wenn er das Wort „Jupiterleben“ mit Bleistift über seine kleinformatige, 30 x 24 cm große N-Arbeit von 2015 auf die Wand schreibt. Ich frage ihn, was „Jupiterleben“ bedeutet. Er antwortet kurz und knapp: „Da will ich hin“.

ham, 27.10.2015

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