Jan 20

Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien mit einem Vorwort von Kaye Geipel, Texten unter anderem
von Klaus-Jürgen Bauer, Robert Fabach, Eva Guttmann, Manuela Hötzl, Anne Isopp, Elke Krasny und
Nicola Weber

Architekturzentrum Wien / Park Books, Zürich, 2016, ISBN 978-3-03860-036-7, 264 Seiten, 304 farbige und
144 schwarzweiße Abbildungen und Pläne, Index der Architekturpreise 2014_15, Autorenverzeichnis,
schwarzer Kunstledereinband, gebunden mit Lesebändchen und Haltegummi, Format 29,5 x 22,3 cm,
€ 48,00 / CHF 49,00

Die fünfte Ausgabe von Best of Austria bietet wieder einen beeindruckenden Überblick über die in den
Jahren 2014 und 2015 mit nationalen und internationalen Preisen bedachten österreichischen Bauten unter
anderem in den Sparten Kultur, Einfamilienhaus, Industrie, Handel und Gewerbe, Bildung und öffentliche
Bauten. Vorgestellt werden rund 170 Projekte mit Fotos, ausgewählten Plänen und kurzen Texten.

In der Reihe der kulturellen Bauten überzeugt der in Bregenz zwischen Seeufer und Innenstadt situierte
Erweiterungsbau des Vorarlberger Museums mit seiner fugenlos gegossenen, die Licht- und Schattenwechsel
verstärkenden Betonblütenfassade (vergleiche dazu https://www.google.de/search?
q=vorarlberg+museum+bregenz&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwiAk6Hm6N7YAh
XR8qQKHWZnD5MQsAQIWg&biw=1633&bih=935) mit am meisten. Seine Architektur stammt von der
Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH. Er war 2015 für den Mies van der Rohe Preis nominiert. Bei
den Einfamilienhäusern fällt der als skulpturaler monolithischer Block geformte Stampflehmbau Haus
Rauch der Architekten Roger Bootshauser und Martin Rauch aus der Vorarlberger Holz- und
Betonbauroutine heraus (vergleiche dazu http://www.lehmtonerde.at/de/projekte/projekt.php?pID=7). Er
wurde mit dem Ernst Anton Plischke Preis 2014 ausgezeichnet. Dass auch der Neubau eines
Feuerwehrhauses preiswürdig sein kann, beweist unter anderem auch das von den Architekten Dieter
Klammer und Martin Hackl unter Assistenz von David Uhl gebaute Feuerwehrhaus St. Gallenkirch
(vergleiche dazu http://www.architekturterminal.at/projekte/oeffentliches/feuerwehrhaus-stgallenkirch.
html).

Unter den Architekten wurden die Architekten Bernardo Bader, grabner / konrad architektinnen, das ORTE
Architektinnennetzwerk Niederösterreich, die PRAG architects, Laura P. Spinadel und SCHAP! eigens in
Kurzporträts gewürdigt.

Kaye Geipel, der stellvertretende Chefredakteur der Bauwelt, erinnert in seinem einleitenden Essay daran,
dass Industrie-, Gewerbe- und Handelsbauten ein wenig diskutierter, aber ausgezeichneter Maßstab für
›Architekturqualität in der Breite‹ sind. „Sie machen dort, wo die Standorte der Produktion und Logistik im
Zusammenhang mit ihrer Umgebung gedacht werden, neue Vorstellungen einer integrierten Landschaft
sichtbar. Das nach einem moderierten Masterplanverfahren entworfene Gusswerk in Salzburg von LP
Architektur zusammen mit weiteren Architektenteams, das in die Verkehrsführung hineingeschmiegte
Altstoffsammelzentrum von Marte. Marte Architekten in Feldkirch oder die aus Sichtbeton geschachtelte
Kraftwerkzentrale von Bechter Zaffignani in Silz. Solchen und ähnlichen Projekten steht häufig ein
überkommenes funktionalistisches Raumentwicklungsdenken entgegen. Wenn zutrifft, dass die Industrie der
Zukunft immer leiser und digitaler wird, dann sind solche Projekte um so wichtiger, die deutlich machen,
wie neue Mischungen funktionieren, zumindest aber, wie sich das Gewerbe zur Stadt hin öffnen kann“ (Kaye
Geipel S. 7; vergleiche dazu http://www.lparchitektur.at/de/wettbewerbe/detail/wettbewerb-gusswerksalzburg-
1-platz.html; https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-
Altstoffsammelzentrum_in_Vorarlberg_von_Marte.Marte_4447587.html und https://www.detail.de/artikel/
der-koloss-von-silz-kontrollzentrum-von-bechter-zaffignani-12694/).

ham, 17. Januar 2018

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