Aus dem Amerikanischen von Thorsten Schmidt

Kösel-Verlag München, 2015, ISBN 978-3-466-37151-8, 475 Seiten, Personenregister, Hardcover gebunden
mit Schutzumschlag, Format 22 x 15,2 cm, € 24,99 (D) / € 25,70 (A) / CHF 33,90

Der für die New York Times schreibende konservative amerikanische Journalist David Brooks hat mit
seinem 2015 bei Random House unter dem Titel The Road to Character erschienenen und jetzt auf Deutsch
vorliegenden Buch ein eigenartig widersprüchliches Werk vorgelegt, das aus liberaler europäischer Sicht
außerhalb der Zeit zu liegen scheint. Man beginnt zu lesen und fragt sich schon im ersten, Adam II
überschriebenen Abschnitt der Einleitung, was alles in dem fast 500 Seiten dicken Opus auf einen
zukommen wird. Brooks setzt mit der spannenden Reflexion über den Unterschied zwischen den Tugenden
ein, die in Lebensläufen und im Lebensrückblick bei Beerdigungen stark gemacht werden. „Die Lebenslauf-
Tugenden sind diejenigen die wir in unserer Vita auflisten, die Kompetenzen und Qualifikationen, mit denen
wir uns um eine Stelle bewerben und die zu unserem Erfolg in einem äußeren Sinne beitragen. Die in einer
Trauerrede hervorgehobenen Tugenden hingegen reichen tiefer. Es sind persönliche Vorzüge, […] die das
Wesen unserer Person ausmachen – ob wir liebenswürdig, mutig, aufrichtig und treu gewesen sind und
welche Beziehungen wir aufgebaut und gepflegt haben“ (David Brooks S.9). Letztere rechnet er mit Rabbi
Joseph Soloveitschik und seiner Publikation Lonely Man of Faith (1965) der Adam II – Natur des Menschen
zu, erstere der Adam I – Natur. Nach Soloveitschik sollen diese beiden Naturen schon in den beiden
Schöpfungsberichten in 1. Mose 1 und 2 verhandelt worden sein.

Als hermeneutisch geschulter Leser fragt man sich, ob Soloveitschik von den Schöpfungsberichten auf die
überzeitlichen menschlichen Natur geschlossen hat oder ob er seine Vorstellung von der überzeitlichen
Natur des Menschen auf die aus unterschiedlichen Jahrhunderten stammenden priesterschriftliche (Genesis
1, 1 – 2,4 a) und jahwistische Schöpfungsgeschichten (Genesis 2, 4b – 25) Texte zurückprojiziert. Für Brooks
scheint diese für seine weiteren Überlegungen grundlegende Frage entschieden. Er geht mit Soloveitschik
von zwei überzeitlichen, alle Zeiten überdauernden gegensätzlichen Seiten der menschlichen Natur aus.
„Wenn wir Soloveitschiks Kategorien ein wenig modernisieren, könnten wir sagen, dass Adam I die
karriereorientierte, ehrgeizige Seite unserer Natur ist. Adam I ist der äußere Adam, wie er in unserem
Lebenslauf zum Vorschein kommt. Adam I will aufbauen, erschaffen, herstellen und Entdeckungen machen.
Er strebt nach einem hohen sozialen Status und will sich im Wettbewerb gegen andere durchsetzen. Adam II
ist der innere Adam. Adam II will gewisse moralische Eigenschaften verkörpern. Adam II strebt nach innerer
Gelassenheit, einem ruhigen, aber gefestigten Bewusstsein von Recht und Unrecht – nicht nur um Gutes zu
tun, sondern auch um gut zu sein. Adam II will innig lieben, sich für andere aufopfern, gemäß einer
transzendenten Wahrheit leben, eine Seele besitzen, die mit sich selbst in Einklang steht und ihre
schöpferischen Kräfte und Möglichkeiten entfaltet.

Während Adam I die Welt erobern will, will Adam II der Berufung folgen, der Welt zu dienen. Während
Adam I kreativ ist und aus dem, was er leistet, ein tiefes Gefühl der Befriedigung zieht, verzichtet Adam II
um eines höheren Zieles willen […] auf weltlichen Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung. Während
Adam I fragt, wie Dinge funktionieren, fragt Adam II, weshalb Dinge existieren und was der tiefere Sinn
unseres Daseins ist […]. Während das Motto von Adam I »Erfolg« ist, erlebt Adam II das Leben als ein
moralisches Drama. Sein Motto lautet »Barmherzigkeit, Liebe und Erlösung«. Soloveitschik behauptet, unser
Leben werde durch den Widerstreit zwischen diesen beiden Adamen bestimmt. Der äußere, selbstherrliche
Adam und der innere, demütige Adam lassen sich nicht völlig miteinander versöhnen […]. Wir sind dazu
berufen, beide Personae zu verwirklichen, und wir müssen die Kunst beherrschen, fortwährend im
Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Naturen zu leben. Ich möchte hinzufügen, dass das schwierige
an diesem Widerstreit die Tatsache ist, dass Adam I und Adam II unterschiedlichen Logiken folgen. Adam I
lebt nach einer einfachen utilitaristischen Logik. Es ist die wirtschaftliche Logik. Input führt zu Output.
Anstrengung führt zu Belohnung. Übung macht den Meister. Handle egoistisch. Maximiere deinen Nutzen.
Beeindrucke die Welt.

Adam II lebt nach der entgegengesetzten Logik – einer moralischen, keiner ökonomischen. Du musst geben,
um zu bekommen. Du musst dich einer Sache hingeben, die außerhalb von dir ist, um in dir selbst zu
erstarken. Du musst deine Begierde überwinden, um das zu bekommen, wonach du dich sehnst. Erfolg führt
zum schlimmsten Scheitern – Stolz. Scheitern führt zu größtem Erfolg – Demut und Lernen. Um dich selbst
zu verwirklichen, musst du dich selbst vergessen. Um dich selbst zu finden, musst du dich selbst verlieren.
Um deine Adam-I-Karriere zu fördern, ist es sinnvoll, deine Stärken zu entwickeln. Um deinen moralischen
Adam-II-Kern zu fördern, musst du deinen Schwächen ins Auge sehen“ (David Brooks S. 10 ff.), letztlich
deiner Sünde. Nach Brooks hat es jeder selbst in der Hand, ob er den Tugenden der Selbstverleugnung folgt,
damit seinen Charakter stählt und Haltung zeigt oder ob er sich der narzisstischen Selfie-Kultur hingibt und
sich selbst verliert. Dass er mit der Hauptlinie der christlicheren Tradition davon spricht, dass die Sünde nur durch die göttliche Gnade überwunden werden kann und dann doch meint, man könne sein Leben gewinnen,
wenn man Adam II nur lange genug sucht und das krumme Holz, aus dem der Mensch nach Kant gemacht
sein soll, nur richtig gerade zimmert, wirkt dann doch eigenartig widersprüchlich und auch etwas
selbstgefällig. Zwar sieht sich Brooks in einer Tradition stehen, die die menschliche Gebrochenheit betont
und angesichts menschlicher Begrenzungen Demut fordert. Aber dann trumpft er im gleichen Atemzug schon
wieder auf. „Dadurch, dass wir uns erfolgreich mit unseren moralischen Vergehen und Schwächen
auseinandersetzen, haben wir die Chance, unsere Rolle in einem großen moralischen Drama zu spielen. Wir
können auch nach etwas Höherem streben als Glück. Wir haben die Chance, alltägliche Gelegenheiten zu
nutzen, um unsere Tugendhaftigkeit zu stärken und der Welt zu dienen“ (David Brooks S. 15).

Die in den Kapiteln zwei bis zehn vorgestellten Porträts von Augustinus von Hippo, dem USamerikanischen
General, Staatsmann und Nobelpreisträger George C. Marshall, der Tochter von Dorothy
Day, von Tamar Day, der Schriftstellerin George Eliot, der Bürgerstochter und späteren Arbeitsministerin
Frances Perkins und von weiteren Männern und Frauen sollen der moralischen Besserung aufhelfen. Sie
dienen als Beispiele für Menschen, die durch ihre vorbildliche Lebenshaltung zu Prototypen der gesuchten
konservativen Charaktere geworden sind. „Das Beispiel ist der beste Lehrer. Moralische Besserung geschieht
am zuverlässigsten dann, wenn das Herz erwärmt wird, wenn wir in Kontakt mit Menschen kommen, die wir
bewundern und lieben, und wenn wir unser Leben bewusst und unbewusst nach ihrem Vorbild
gestalten“ (David Brooks a. a. O.). Brooks will am gelebten Leben aufzeigen, was es bedeuten kann, dass
einer gegen seine Schwächen ankämpft und sich an moralischen Realitäten orientiert, die über seine eigene
Existenz hinausgehen. „Wenn man zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika aufwuchs, wurde man mit
dem Vokabular und den Kategorien des moralischen Realismus groß, die in ein praktisches säkulares oder
religiöses Idiom übersetzt wurden. Perkins wuchs mit dem Vokabular der Berufung auf, der Notwendigkeit,
Teile von sich zu unterdrücken, um zu einem Werkzeug einer größeren Sache zu werden. Eisenhower wuchs
mit dem Vokabular der Selbstbezwingung auf. Day lernte als junge Frau das Vokabular von Bescheidenheit,
Armut und Hingabe. Marschall lernte institutionelles Denken, die Notwendigkeit, sich ganz in den Dienst
einer Organisation zu stellen, die über Generationen hinweg besteht“ (David Brooks S. 405). Andere lernten
Zurückhaltung, Selbstdisziplin und die Notwendigkeit, sich auch noch dann selbst zu misstrauen, wenn man
für eine gute Sache kämpft.

Diese Denkungsart verfiel nach Brooks ab den 1940er Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte man sich
auch in Amerika das Leben leichter und bequemer machen und Themen wie Sünde und Verdorbenheit hinter
sich lassen. Damit war die Kultur des Selbstwerts, der behaupteten Authentizität, des Selbstmanagements,
des Selbstmarketings und der konkurrenzorientierten Leistungsgesellschaft geboren. „Die realistische
Tradition, die die Grenzen des Selbst und das moralische Ringen mit sich betonte, wurde achtlos an den
Rand gedrängt und geriet weitgehend in Vergessenheit, zunächst wegen des romantischen Aufblühens der
positiven Psychologie, später wegen des Ethos der Selbstvermarktung in den sozialen Medien, schließlich
wegen des Konkurrenzdrucks in der Leistungsgesellschaft. Wir sind einer moralischen Ökologie ausgesetzt,
die die äußeren Adam-I-Muskeln aufbaut, aber die inneren Adam-II-Muskeln ignoriert, und das schafft ein
Ungleichgewicht. Unsere Kultur ist eine, in der Menschen durch ihre äußeren Fähigkeiten und Erfolge
definiert werden, in der sich ein Kult der Geschäftigkeit entwickelt, da jeder jedem erzählt, wie unglaublich
er oder sie sich ins Zeug legt. Einer meiner Studenten […] hat es folgendermaßen ausgedrückt: Das
Leistungsdenken fördere die unrealistische Erwartung, dass das Leben ein stetiger Fortschritt sei, ein
natürlicher Aufstieg zum Erfolg. Es ermuntere Menschen dazu, »sich mit etwas zufriedenzugeben, was
gerade gut genug ist« […], ohne sich irgend einer Aufgabe mit der ganzen Seele zu verschreiben“(David
Brooks S. 419).

Erfüllt ist menschliches Leben aber erst dann, wenn es nicht nur nach Lusterfüllung und Vergnügen,
„sondern nach Sinnhaftigkeit, Rechtschaffenheit und Tugendhaftigkeit“ strebt. „Das beste Leben ist jenes,
dem es um die zunehmende Vortrefflichkeit der Seele zu tun ist und das von moralischer Freude genährt
wird, dem stillen Gefühl der Dankbarkeit und Gelassenheit, das eine Begleiterscheinung eines erfolgreichen
moralischen Ringens ist […]. Das Leben ist in Grunde ein moralisches, kein hedonistisches Drama“ (David
Brooks S. 431). Ein sinnerfülltes Leben kann nach Brooks erreicht werden, wenn wir auf dem Weg zu einer
angemessenen Lebenshaltung einsehen, dass wir weniger wissen und sind als wir glauben und dass wir
Sünder sind. „Wir sündigen, aber wir besitzen auch die Fähigkeit, die Sünde zu erkennen, uns für Sünden zu
schämen und sie zu überwinden. Wir sind sowohl schwach als auch stark, gebunden und frei, blind und
weitsichtig. Daher sind wir imstande, mit uns selbst zu ringen. Eine Person, die mit sich selbst ringt, auf die Folterbank des Gewissens gespannt ist, Qualen leidet und dennoch am Leben bleibt und stärker wird, die
weltlichen Erfolg um des inneren Sieges willen opfert, hat etwas Heroisches“ (David Brooks S. 432). Im
Kampf gegen die eigene Schwäche ist Demut die größte Tugend und Stolz das schlimmste Laster. Der
Kampf gegen die Sünde bleibt das zentrale Lebensdrama. Er ist wichtiger als das äußere Erklimmen der
Erfolgsleiter und „die größte Herausforderung, damit unsere Leben nicht vergeblich oder sinnlos ist […].
Das Wichtigste ist der Wille, sich auf diesen Kampf einzulassen“ (David Brooks S. 433). Der Charakter wird
durch diesen Kampf gebildet. Dieser Kampf kann religiös und sozial chiffriert werden.

Trotz aller faszinierenden Einblicke in die Lebensvorstellungen amerikanischer Konservativer wird es einem
eher kalt als warm, wenn man sich vorstellt, dass man sich dem von Brooks empfohlenen, an Sisyphus
erinnernden lebenslangen Exerzitium unterziehen müsste. Das mag damit zu tun haben, dass der Kampf um
Adam II als allenfalls anders chiffrierte Variante des Kampfs um Adam I erscheint. Beide werden
dramatisiert, heroisiert und letztlich gnadenlos. Zwar führt Brooks das Wort Gnade ausführlich im Mund und
beruft sich dazu auch auf Augustinus und auf Paul Tillich. „Nach Augustinus’ Auffassung bekommen wir
nicht das, was wir verdienen; andernfalls wird das Leben eine Hölle. Vielmehr bekommen Menschen
weitaus mehr, als sie verdienen. Gott bietet uns die Gnade, die seine unverdiente Liebe ist […]. Wir werden
der Gnade nicht deshalb teilhaftig, weil wir in unserem Beruf erfolgreich sind und als Eltern oder Freunde
große Opfer gebracht haben. Vielmehr erreicht uns die Gnade als Teil des Geschenks des
Erschaffenwerdens“. „In […] In der Tiefe ist Wahrheit drückt es Paul Tillich folgendermaßen aus: […]
»Begehre nichts; vollbringe nichts; nimm dir nichts vor. Finde dich einfach mit der Tatsache ab, dass du
angenommen bist«“(David Brooks / Paul Tillich S. 342 f.). Aber von Tillichs sich Abfinden mit der
Tatsache, dass man angenommen, ist in den von Brooks anempfohlenen Exerzitium letztlich nichts zu
finden.

Auch noch in seiner abschließenden Zusammenfassung geht es ihm eher um die an Epiktet erinnernde
stoische Vorstellung, dass man vom Leben nicht zu viel erwarten, sich zügeln, innerlich frei und moralisch
autonom werden soll. Epiktet hat es so formuliert: „Einige Dinge sind in unserer Gewalt, andere nicht. In
unserer Gewalt sind: Meinung, Trieb, Begierde, Widerwille: kurz: Alles, was unser eigenes Werk ist. – Nicht
in unserer Gewalt sind: Leib, Vermögen, Ansehen, Aemter, kurz: Alles, was nicht unser eigenes Werk ist
[…]. Bedenke, daß die Begierde verheißt, wir werden erlangen, was wir begehren; der Widerwille aber
verheißt, es werde uns nicht widerfahren, was er zu meiden sucht. Wer nun nicht erlangt, was er begehrt, ist
unglücklich, und wem widerfährt, was er gerne vermeiden möchte, ist es doppelt. Wenn du aber bloß
dasjenige zu meiden suchst, was der Natur der Dinge, die in deiner Gewalt sind, zuwider ist, so wird nichts
von dem widerfahren, was du meiden willst. Willst du aber Krankheit meiden, oder Armuth, oder Tod, so
wirst du unglücklich sein […]. Hinweg also mit deinem Widerwillen von allem dem, was nicht in unsrer
Gewalt ist, und trage ihn über auf das, was der Natur der Dinge, die in unsrer Gewalt sind, zuwider ist. Die
Begierde aber entferne vorerst[20] ganz. Denn wenn du etwas von dem begehrst, was nicht in unserer
Gewalt ist, so mußt du nothwendiger Weise unglücklich sein. Von den Dingen aber, die in unserer Gewalt
sind, und welche zu begehren rühmlich wäre, ist dir noch gar nichts bekannt. Nur Trieb und Abneigung laß
walten; aber sachte, mit Auswahl und mit Zurückhaltung“ (Epiktet, Handbüchlein der stoischen Moral. In:
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Epiktet/Handbüchlein+der+stoischen+Moral).

Bei Brooks klingt es so: „Menschen werden stetig besser darin, das Leben zu bewältigen, jedenfalls dann,
wenn sie bereit sind, sich selbst zu mäßigen und zu lernen. Mit der Zeit straucheln sie weniger und
schließlich erreichen sie Momente der Katharsis, wenn der äußere Ehrgeiz mit den inneren Bestrebungen zur
Deckung kommen, wenn die Anstrengungen von Adam I und Adam II auf das Gleiche gerichtet sind, wenn
sich völlige innere Ruhe einstellt – wenn moralische Natur und äußere Fähigkeiten in einer entscheidenden
Anstrengung miteinander verschmelzen […]. In jenen flüchtigen Momenten wissen wir, warum wir hierhin
gestellt wurden und welcher Wahrheit wir dienen“ (David Brooks S. 443). Von Martin Luthers betont
menschenfreundlicher Interpretation der Sünden- und Gnadenlehre Augustins ist Brooks Welten entfernt:
„Sündige tapfer, aber glaube [noch] tapferer und freue dich in Christus, der Sieger ist über Sünde, Tod und
Welt!“ (Martin Luther, Brief an Philipp Melanchthon vom 1.8.1521; WA, Briefwechsel 2, Nr. 424).

Deshalb scheint er sich auch nicht vorstellen zu können, dass Menschen an dem von ihm empfohlenen
religiös verbrämten heroischen Lebenskampf zerbrechen können. Der Freiburger Psychoanalytiker Tilmann
Moser hat seinen vergeblichen Kampf um eine ihn erfüllende Gottesbeziehung 1976 als Gottesvergiftung
beschrieben und das Ergebnis als religiöse Neurose gebrandmarkt. So vergiftete Menschen werden nach
Moser ihren Charakterpanzer erst dann wieder aufsprengen und frei aufatmen können, wenn sie ihre
Vorstellungen vom Leben, von Mensch, Gott und Welt revidieren und klären, welche Antworten auf den
Sinn des Lebens es für sie sonst noch gibt. Moser hat die von ihm präferierte Antwort 2003 in seiner
Publikation Von der Gottesvergiftung zu einem erträglichen Gott angedeutet. Brooks’ Antwort steht noch
aus.

ham, 20. April 2106

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