Herausgegeben von Bischof Friedhelm Hofmann unter Mitarbeit von Jakob Johannes Koch und Walter Zahner mit einer Einführung des Herausgebers und einem Text von Karl Kardinal Lehmann

Echter Verlag Würzburg, 2016, ISBN 978-3-429-03948-6, 144 Seiten zahlreiche Farbabbildungen, Hardcover gebunden Format 18,5 x 12,3 cm, € 9.90 (D) / € 10,20 (A)

 

»Freude und Hoffnung, Trauer und Angst« sind die einführenden Worte der Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils. »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst« war auch das Mehrsparten-Kunstprojekt zum fünfzigjährigen Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils überschrieben, das sich an elf Projektstandorten mit der Frage auseinandergesetzt hat, was Menschen von heute umtreibt, welche Fragen sie sich stellen und was das für die Katholische Kirche bedeutet. „Unsere Idee, in möglichst vielen Orten in Deutschland aktiv zu werden und dies mit der Überlegung zu verbinden, eine möglichst große Zahl an Kunstsparten einzubeziehen, war gleichermaßen herausfordernd wie kompliziert in der Umsetzung […]. Wir […] wollten weder die Kuratoren noch die beteiligten Künstlerinnen und Künstler zu sehr einengen oder den sich beteiligenden (Erz-)Bistümern zu viele Vorgaben machen […]. Diese künstlerische Freiheit war Teil der Projektidee“ (Friedhelm Hofmann S. 8 f.). Mit dieser Vorgabe konnte die Kunst für die Kirche zum Spiegel der Welt und zum »locus theologicus« im weiteren Sinne werden, zum Ort, an dem zentrale Fragestellungen der Gegenwart zu entdecken sind (Karl Kardinal Lehmann S. 24 f.) ). „Das ist unleugbar mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden: Es ist nicht auszuschließen, dass es in der kirchlichen Auseinandersetzung mit der Gegenwartskunst zu neuen Wahrnehmungen und Einsichten kommt, die in den Diskurs der Theologie fundamental eingreifen, ihn also nicht nur ornamental umspielen, wie das in der klassischen Ikonografie oft der Fall ist. Es bleibt mithin nicht aus, dass die Theologie mit dem Problem der Privatoffenbarung, mit dem Problem der wahren Lehre, ihrer Entwicklung in Säkularisierungen oder gar echten und vermeintlichen Blasphemien konfrontiert wird. Vor solchen Konfrontationen braucht derjenige keine Angst zu haben, der über Empathie und Fantasie verfügt. Er wird sich gerne heraus-fordern lassen und dies als ebenso spannend wie bereichernd empfinden. Denn zu den Entdeckungen, die sich mit Kunst machen lassen, gehört auch die Entdeckung neuer Weisen, mit ihren Problemimplikationen schöpferisch weiterzukommen“ (Karl Kardinal Lehmann S. 32 f.).

Der Band stellt die Projektstandorte Köln, München, Würzburg, Konstanz, Kloster Lorsch, Görlitz, Trier, Fulda, Düsseldorf, Berlin und den kleinen Ort Schillig bei Wilhelmshaven vor, in dem vier Künstler zusammen mit Urlaubern auf einem Campingplatz danach gefragt haben, „was Umwelt, Natur und Landschaft an sich sind. Die Beziehung Natur und Landschaft verhandeln sie auf der Oberfläche des menschlichen Körpers (Bob Braine), über die Nahrungsaufnahme (Tue Greenfort und Till Krause) und über physische Interaktion mit den Elementen (Klara Hobza). Die Begleitung übernimmt Kurator Frank Wolf aus Düsseldorf, die künstlerische Konzeption wird unterstützt durch die Hamburgische Galerie für Landschaftskunst“ (S. 120). Der Sparte Bildende Kunst zugeordnet waren die Projekte playing by heart im Kunstmuseum Kolumba in Köln und die Themenschau The Problem of God im K 21 in Düsseldorf. Im Dom zu Trier kamen drei Chor-Kompositionen zur Uraufführung. Straßentheater gab es in Konstanz und Görlitz, Lesungen und Literatur in München, Kurzfilme in Berlin und eine historische Annäherung an das Weltkulturerbe im Kloster Lorsch. Die kuratorische Gesamtleitung lag bei Walter Zahner.

ham, 30. Mai 2016

 

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