Mai 24

Gama: Das Fest

Von Helmut A. Müller | In Kunst, Rezensionen

Publikation zur gleichnamigen Ausstellung vom 07.07. – 19.08.2012 im Städtischen Museum +
Galerie Engen
Hrsg. von Velten Wagner mit Texten von Inga Rück und dem Herausgeber
Städtisches Museum + Galerie Engen 2012, ISBN 978-940221-42-7, 108 S., 3 s/w- und 54
Farbabbildungen, Klappenbroschur, Format 26,3 x 2,4 cm, € 20,–
Der 1977 in der Mongolei Maler und Zeichner Gama hat nach Studien an der Central Academy of
Fine Arts in Peking und bei Gustav Kluge in Karlsruhe innerhalb von fünf Jahren ein beeindruckendes
Werk von in aller Regel groß- und mittelformatigen Malereien vorgelegt, in denen perspektivierte
Innen- und Außenräume , Natur und Kultur, Figuration und Abstraktion und archaische, von
schamanischem Denken beherrschte visionäre Denkwelten mit westlich-aufgeklärten Vorstellungen
verschmelzen. Immer wieder fließen Zitate aus der Kunstgeschichte wie eine Opferung Isaaks
(Opfergabe, 2010) und Anklänge an die malerische Gegenwart (siehe unter anderem die 2012
begonnene Serie ‚Riding alone for Thousands of miles‘) ein. Die scheinbare Nähe zur westlichen
Moderne kann täuschen: „Gama paraphrasiert den traditionellen Diskurs über Gegenständlichkeit und
Abstraktion von Malerei und überlässt es dem Betrachter, sich in den Antithesen althergebrachter
Wahrnehmungs- und Argumentationsmuster zu bewegen oder das scheinbar Nüchterne , in
Wirklichkeit Tragende der Malerei aufzuspüren: >>Farbe auf Leinwand<<, ihre Materialität, ihr
inhärentes Erkenntnispotenzial. Und so sei abschließend die Vermutung geäußert, dass Gama
eigentlich nie seine ihm schicksalhaft vorgezeichnete Lebenslinie verlassen hat, er auch heute als
Nomade gemeinsam mit den Herden durch die weiten Steppen der Mongolei zieht. Mit dem
geringfügigen, alles entscheidenden Unterschied, dass er die Jurte mit dem Atelier getauscht, Erde und
Licht in Farbe verwandelt hat und die Malerei als Medium nutzt, um Räume zu öffnen und zu
transformieren, Figuren in unterschiedlicher Gestalt erscheinen zu lassen, sein Nomadenleben
zwischen Ost und West, Sonnenauf- und Sonnenuntergang fortzusetzen und auf der Spur und im Geist
seiner Ahnen Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Einklang zu bringen“ (Velten Wagner).
(ham)

Download: Gama – Das Fest

 

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