Mai 23

Jörg Mandernach, mutabor

Von Helmut A. Müller | In Katalog, Kunst

Katalog zu den gleichnamigen Ausstellungen im Galerieverein Leonberg und im Künstlerhaus Bethanien
mit einem Text von Christoph Tannert
modo Verlag, Freiburg i. Br. 2014, ISBN 978-3-86833-145-5, 72 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen,
Hardcover gebunden, Format 22 x 24 cm, € 18.00 / SFR 22.00
Kinder lieben es, sich zu verkleiden und sich als Verwandelte vor der Familie und ihren Gästen zu zeigen.
Wenn Jörg Mandernach seine Ausstellungen in Leonberg und Berlin „mutabor“ genannt und damit an das
Zauberwort „ich werde verwandelt werden“ aus Wilhelm Hauffs Kunstmärchen „Kalif Storch“ erinnert hat,
kann man wie Christoph Tannert in seinem instruktiven Essay u. a. an künstlerische Exerzitien des Zeigens
durch Selbstverbergung denken. Mandernachs durch raumfüllende Zeichnungen und Malereien verwandelte
Räume nähern sich neuerdings immer stärker Farb- und Scherenschnittfolgen an, in denen allerdings keine
Störche, dafür aber Übergangswesen und Seinsweisen zwischen Mensch, Reh und Hirsch, Buchstaben,
Worten und Poesie und zwischen Lineatur und Architektur zu finden sind.
„Jede Wand trägt Züge des Experimentellen, des Ausprobierens, des sich Findens. Es ist nicht nur ein
Inventarisieren, dessen sich Mandernach annimmt, ein Inbeziehungsetzen von diversen Bildelementen, es ist
ein permanenter Transformationsprozess … Mandernach nimmt uns an die Hand und und zeigt uns die Welt
auf die verschlungenste, mannigfaltigste Weise. Dabei gibt er zu verstehen, dass all das in jedem Augenblick,
wenn z.B. der Zauber gebrochen werden sollte, gefährdet, wenn nicht gar bereits verloren und insofern nur
aufgehoben ist in einem momenthaften Bilderlebnis“ (Christoph Tannert S. 7).

ham, 20.5. 2015

Download

Kommentare sind geschlossen.

COPYRIGHT © 2019 Helmut A. Müller