Publikation zur Ausstellung Marlon Wobst – Haare vom 31.08. – 30.09.2018 bei SCHWARZ
CONTEMPORARY, Berlin

SCHWARZ CONTEMPORARY, Berlin, 2018, 48 Seiten, Broschur, Format 32,5 x 23,5 cm, 36
Farbabbildungen

Joseph Beuys hat mit Filz und Fett experimentiert und ist damit bekannt geworden, Ruprecht von Kaufmann
mit Linoleum und Günther Förg mit Blei, Bronze, Holz, Leinwand, Fotografie und Papier. Der 1958 in
Wiesbaden geborene Maler, Zeichner und Plastiker Marlon Wobst ist eher zufällig auf das Material Filz
gestoßen (vergleiche dazu Kito Nedo im Pressetext zur Ausstellung Marlon Wobst unter http://
www.schwarz-contemporary.com/application/files/7215/3555/4072/Marlon_Wobst_Pressetext_2018.pdf).
Seine Sujets bleiben gleich: „Sex- und Strandszenen, Brüste, Penisse, Schamhaar, Bikinistreifen,
Tennissocken, Sportlerbilder, Badende und Schwimmende – bis hin zur Reproduktion eines eigentümlichen
Einkaufszettels, den der Künstler einst auf dem Boden eines Supermarkts entdeckte“ (Kito Nedo a. a. O.).

Man könnte aufgrund der von Wobst bevorzugten Sujets (vergleiche dazu https://www.google.de/search?
q=marlon+wobst&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=2ahUKEwitobLxnsndAhXiCsAKHQZ5Dy0
QsAR6BAgFEAE&biw=1679&bih=890) vielleicht meinen, er führe den Protest der 68er gegen die rigide
Sexualmoral der 1950er und 1960er Jahre 50 Jahre später auf seine Art und Weise weiter oder er sei ein
nachgeborenes Kind der Hippie-Bewegung und von Woodstock. Aber es spricht mehr dafür, dass er „einen
aufregenden Realismus“(Anthony Byrt) verfolgt, der alle Seiten des Umgangs mit dem eigenen und dem
fremden Köper kennt und der um die Verletzlichkeit weiß, die aus eigenem und fremdem Begehren entsteht
(Helmut A. Müller, Marlon Wobst. In: http://www.helmut-a-mueller.de/marlon-wobst/).

Wobst arbeitet auch auf seinen Filzbildern vorrangig mit Klein- und Mittelformaten; sein bislang größtes
Filzbild misst aber immerhin 2 x 2,70 Meter. Dass der im Großformat gedruckte Katalog ›Marlon Wobst, alle
Arbeiten‹ allein auf Bilder und die formalen Angaben zur Ausstellung setzt und auf jeden weiteren Text
verzichtet, lässt darauf schließen, dass sich der Künstler und seine Galeristin darin einig sind, dass die Bilder
zum jetzigen Zeitpunkt der Werkentwicklung keine weitere Erklärung brauchen und sich für den Betrachter
von selbst erschließen.

ham, 20. September 2018

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