Verlag Alte Uni, Bretten, ohne Jahresangabe, ISBN 978-3-929315-52-6, 36 Seiten, 17 Duoton-Abbildungen,
1 Landkarte, Broschur mit Rückstichheftung, Format 14,6 x 10,3 cm

Der 1960 in Heilbronn geborene Zeichner und Maler Peter Riek hat nicht nur 2001 auf seiner zwölftägigen
Wanderung über Eppingen, Mühlacker, Pforzheim, Baden-Baden und Straßburg nach Colmar zu Matthias
Grünewalds Isenheimer Altar, 2002 während seines Cité-Stipendiums in Paris und 2010 in Basel flüchtige
Asphalt- und Straßenzeichnungen (vergleiche dazu https://www.google.de/search?
q=peter+riek&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwiE9rbl3PLWAhVFyRQKHeOoCnUQ
sAQILQ&biw=1608&bih=936) hinterlassen, sondern auch im September 2016 auf seiner jüngsten
Wanderung von Lindau nach Mantua zu Andrea Mantegnas „gemalten Zimmer“ im Palazzo Ducale der
Familie Gonzaga.

74 einfache Tafelkreiden erlauben ihm auf seiner 450 Kilometer Wanderung zwei Zeichnungen am Tag. Die
Zeichnungen sind fertig, wenn die für den Tag vorgesehene Kreideration aufgebraucht ist. Die dem Wind und
Wetter schutzlos ausgesetzten Zeichnungen sind verletzlich und leicht vergänglich und werden nur
fotografisch dokumentiert. Auf dem Weg nach Colmar waren sie noch pur abgebildet, genau so, wie sie auf
dem Asphalt erschienen sind. In den sechzehn Abbildungen von Weiter gehen … sind sie durch
Wanderutensilien wie den Wanderstock, das Fahrtenmesser, die Wanderkarte, die Wanderschuhe, den
Wanderhut, die Wandersocken und den Schatten des Künstlers ergänzt.

Warum er seine neuesten Straßenzeichnungen in der fotografischen Dokumentation neuerdings durch
Wanderutensilien ergänzt, lässt der Künstler in seinen 16 Tagesprotokollen offen. Eine mögliche Antwort
wäre, dass er in seinen Fotografien eine Bild-interne Spannung zwischen den Zeichnungen und den
Gegenständen aufbauen will. Eine andere, dass er die Größenverhältnisse der Zeichnungen andeuten und
eine dritte, dass er seine Urheberschaft dokumentieren will: Im letzteren Fall würden dann beispielsweise
sein Wanderstock und sein Hut seine Signatur ersetzt.

ham, 15. Oktober 2017

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