Mai 16

Philipp Schwalb

Von Helmut A. Müller | In Katalog, Kunst

Publikation zur Ausstellung De.mSeignaZ.U.Wert.Seign vom 21.1. – 11.3.2017 in der Galerie Kirchgasse in
Steckborn, herausgegeben von Leo Lencsés mit Texten von Dominikus Müller, Judith Welter und Hans-
Christian Dany

Galerie Kirchgasse Steckborn, 2017, 64 Seiten, Broschur, Format 16 x 10,5 cm

Bei Publikationen zu Ausstellungen von Philipp Schwalb muss man immer mit Überraschungen rechnen. So
wurden seine gemeinsam mit André Butzer verantwortete Hommage Für Johann Peter Hebel 2015 in der
Nordheimer Scheune und einige seiner früheren Ausstellungen in einfach gedruckten kleinformatigen Heften
dokumentiert. Zu seiner Einzelausstellung vom 19. Januar – 2. März 2014 in der Brenzkirche Stuttgart ist das
aufwändig gedruckte, gestaltete und in Leinen gebundene Künstlerbuch Sinn via Tonäherung im Lubok
Verlag erschienen. In aller Regel hat Schwalb eigene Texte mit neuen Wortschöpfungen und in
unverwechselbarer Diktion zu den Katalogen beigesteuert; diese Texte und Wortschöpfungen müssen erst
einmal entziffert und verstanden werden.

In der zu seiner Ausstellung in der Galerie Kirchgasse in Steckborn (vergleiche dazu http://
www.kirchgasse.com/philipp-schwalb-de-mseignaz-u-wertseign/, abgerufen am 15.5.2016) erschienenen
und von Book Book, Berlin gestalteten Publikation ist alles anders. Sie hat weder Heftformat noch
Rückstichheftung noch einen Leineneinband und sie enthält auch keinen Text des Künstlers. Ihr Format
erinnert an Reclam-Bände, ist aber einen Zentimeter breiter und 1,3 Zentimeter höher und wirkt dadurch
schlanker. Ihr Einband ist nicht zitronengelb, sondern vornehm taubenblau, eher wort- als bilderlastig und
lässt nicht weniger als drei Autoren und auch noch den Herausgeber zu Wort kommen. Sie begreift sich als
Textbuch und versucht einen Überblick über die zurückliegende Entwicklung in Schwalbs künstlerischem
Schaffen: Dominikus Müller beschreibt seine erste Annäherung an Schwalbs Werkentwicklung „und befragt
die Form der Ordnung, mit der wir es hier zu tun haben. Judith Welter öffnet in ihrem Beitrag die
Strukturierung von Philipps künstlerischer Systematik, indem sie diese als Glaubenssystem interpretiert.
Hans-Christian Dany〔s〕 wählt eine assoziative Herangehensweise an die »Nakkis-Serie«, indem er die
Themenkomplexe von Körper und Nacktheit in einer Nebenerzählung beleuchtet“ (Leon Lencsés). Die dem
Band beigegebenen Farbabbildungen sind wie in früheren Kunstpublikationen separat gedruckt und in den
Band eingelegt. Die Seiten werden linksseitig gezählt; die Zahl erscheint am linken unteren Rand, am linken
oberen Rand die Signatur PS.
Man nimmt das Büchlein wie einen Handschmeichler in die Hand und ist gespannt, wie sich das Werk des
1984 in Filderstadt geborenen und heute in der Schweiz lebenden Künstlers weiter entwickelt.

ham, 15. Mai 2017

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