Publikation zur gleichnamigen Ausstellung im Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, vom 12. Mai bis 16. August 2020, herausgegeben von Andreas Schalhorn mit Texten von Alexander Dückers, Patricia Kühn, Fabienne Meyer, Freya Nagelsmann, Christina Thomson und Andreas Schalhorn und Arbeiten unter anderem von Eduardo Paolozzi, Richard Hamilton, Robert Indiana, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Tom Wesselmann, Sigmar Polke, K.P. Brehmer, Ulrike Ottinger, Maria Lassnig, Elaine Sturtevant, Equipo Crónica, Antje Dorn und SUSI POP

Staatliche Museen zu Berlin / Kerber Verlag, Bielefeld, 2020, ISBN 978-3-7356-0683-9, 180 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Klappenbroschur, Format 28 x 23 cm, € 38,00

Eigentlich hätte die sehenswerte Ausstellung über die vielfältigen Verbindungen von amerikanischer Konsum- und Popkultur schon am 2. April 2020 eröffnet werden sollen. Aber dann liefen die letzten Vorberei-tungen Corona-bedingt ins Leere und die Eröffnung musste auf Mitte Mai verschoben werden. Für den Kurator der Ausstellung Andreas Schalhorn ist der durchschlagende Erfolg der Pop Art in der alten Welt ohne die Suppen- und Fleischdosen, Zigarettenschachteln und andere Fertigprodukte nicht denkbar, mit denen Amerika die alte Welt nach dem Zweiten Weltkrieg versorgt hat. Für Andy Warhol war „Pop Art … for everyone“. Der deutsche Kunsthistoriker Beat Wyss mutmaßt, dass die alte Welt der „Bildungsabschreckung und Konsumverheißung“, die mit der Pop Art einhergeht, „so wenig entgegenzusetzen hatte wie einst die Indianer der Lokomotive“ (Beat Wyss, Die Welt als T-Shirt. Zur Ästhetik und Geschichte der Medien, Köln,2017, S. 122).

Die Pop Art-Sammlung des Kupferstichkabinetts in Berlin geht auf die Arrondierung der Bestände durch Alexander Dückers mit in London verlegten Grafikmappen von Eduardo Paolozzi (vergleiche dazu https://www.google.de/search?sxsrf=ALeKk03y2hjt9Ba85C1cqL2MC3QjzcHYOg%3A1603555436427&ei=bFCUX_-uGYbSkwX7qbvACA&q=eduardo+paolozzi%2C+wittgenstein+in

+new+york%2C+1965&oq=eduardo+paolozzi%2C+wittgenstein+in+new+york%2C+1965&gs_lcp=CgZwc3ktYWIQDDoECCMQJzo

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&sclient=psy-ab&ved=0ahUKEwj_lKnBzc3sAhUG6aQKHfvUDogQ4dUDCAw) und Ronald B. Kitaj in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre zurück (vergleiche dazu https://www.google.de/search?q=Ronald+B.+Kitaj%2C+Every+poor%2C+defeated%2C+loser%C2%B4s%2C+Hopeless%2C+Move%2C+Losers%2C+Buried&tbm=i

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sclient=img&ei=PFKUX5rOPIema5rRrpgC&bih=917&biw=1455). „Am Anfang des gegen 1970 einsetzenden Aufbaus der amerikanischen Sammlung standen Begeisterung und eine nicht mehr als logische Arrondierung des Sammlungsgebiets … Für die Hinwendung zur Kunst der USA war eine Berliner Begegnung mit dem Kritiker und Autor Clement Greenberg sicher alles andere als hinderlich … Der entscheidende Impuls jedoch kam von einer USA-Reise … im Herbst 1969, die von Chicago über Boston nach New York führte. Der Besuch der Museen, der Kolleginnen und Kollegen in diesen Häusern, das Betrachten der Arbeiten in … Privatsammlungen und Galerien und last, but not least die erste Begegnung mit Künstlern wie Philip Pearlstein und Alex Katz schufen die Basis der angesprochenen Begeisterung für Charakteristika der neuen amerikanischen Kunst: Für die schnörkellose Klarheit ihrer formalen Gefüge, die Direktheit ihrer Botschaften und … ihren großen Atem, der die Weite und Größe des Landes zu spiegeln schien. Zwei widersprüchliche, miteinander verzahnte Folien dazu bildeten der Vietnamkrieg und die Parole ›Love and Peace‹“ (Alexander Dückers S. 16). 

Die im Katalog zur Ausstellung (vergleiche dazu https://mailchi.mp/kerberverlag/pop-auf-papier) dokumentierte wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlung setzt mit einem Kapitel über die Vorstufen der Pop Art bei Eduardo Paolozzi, Richard Hamilton, Robert Rauschenberg und Jasper Jones ein und widmet Andy Warhols Weg vom Werbegrafiker zum Künstler ein erstes und seinen Siebdrucken und Serien ein zweites Kapitel. Weitere Kapitel sind Roy Lichtensteins Arrangements von Motiven und Sprechblasen aus Comic-Heften, den Themen Sex, Konsum und Fashion bei Mel Ramos, Tom Wesselmann und Allen Jones, der Abstraktion in der Pop Art bei Allan D´Arcangelo, Ed Ruscha, Robert Indiana und Gerald Laing und der vierteiligen F-111-Lithographie von James Rosenquist gewidmet (vergleiche dazu https://www.google.de/search?q=F-111-Lithographie+von+James+Rosenquist+&tbm=isch&ved=2ahUKEwj7ysq0z83sAhUQ0YUKHS-oCdMQ2-cCegQIABAA&oq=F-111-Lithographie+von+James+Rosenquist+&gs_lcp=CgNpbWcQDDoHCCMQ6gIQJ1C72EhY4eZJYPL3SWgBcAB4AIABjwGIAY8BkgEDM

C4xmAEAoAEBqgELZ3dzLXdpei1pbWewAQrAAQE&sclient=img&ei=alKUX_vtIpCilwSv0KaYDQ&bih=917&biw=1455). Das letzte Kapitel diskutiert den Siebdruck als Ausdrucksmittel der Pop Art, vergleicht sein homogenes Erscheinungsbild und seine satten und brillanten Farbflächen mit anderen Druckverfahren und erwähnt nicht zuletzt, dass Künstler wie Sigmar Polke (vergleiche dazu https://www.domberger.de/de/edition/originalgraphik/p/sigmar-polke.html), Robert Indiana (vergleiche dazu https://www.domberger.de/de/edition/originalgraphik/i/robert-indiana.html), Richard Hamilton (vergleiche dazu https://www.domberger.de/de/edition/originalgraphik/h/richard-hamilton.html) und Roy Lichtenstein (vergleiche dazu https://www.domberger.de/de/edition/originalgraphik/l/roy-lichtenstein.html) bei Luitpold und Michael Domberger in Filderstadt drucken ließen und ihre Arbeiten in der Edition Domberger (vergleiche dazu https://www.domberger.de/de/kuenstler/originalgrafik.html) verlegt haben. 

ham, 22. August 2020

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